Wichtige Orte meiner Kindheit

Geburtsort

Eppendorfer Krankenhaus

Geburtshaus

Schottmüllerstr. 40

Schule Schottmüllerstraße

Karstadt Eppendorf.

Bei Regen haben wir Straßenkinder gerne dort gespielt.

"Aale-Aale" hat häufig vor dem Eingang von Karstadt Eppendorf gesessen.

Konditorei Lindtner seit 1944
Konditorei Lindtner seit 1944

Letzte Aktualisierung:

17.02.2016

Besucherzaehler

Seit jeher war Winterhude mit Eppendorf eng verbunden. Die Winterhuder gingen in Eppendorf zur Kirche und sie wurden auf dem Eppendorfer Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. In Eppendorf war der Bäcker, der Krämer und der Eisenwarenhädler. Winterhude wurde mit Eppendorf in einem Atemzug genannt. Eppendorf-Winterhude, oder sinnig: Eppenhude-Winterdorf.

Die Bellevue

Zwischen Rondeel und Andreasstraße

 Die Wentzelburg ab 1882
........ ..... Die Wentzelburg ab 1882

Die Wentzelburg ließ Carl Hermann Wentzel aus gelben Backsteinen bauen. Er hatte neun Kinder. Sein altes Heim war ihm zu klein geworden.

Bellevue mit Wentzelburg um 1910
Bellevue mit Wentzelburg um 1910

Am Ende der Bellevue steht am Rondeelteich, damals Justusteich, die Wentzelburg; der Architekt W. Hauers erbaute sie in den Jahren 1880 bis 1882. Schon 1911 wurde sie abgerissen. 

Bellevue, 1905
Bellevue Nr. 54 bis 60, 1905

Dieses Ensamble steht bis heute (2013) unverändert da. In dem schlossartigen Gebäude links hat der Architekt Johann Gottlieb Rambatz residiert. Mit seiner Firma Rambatz & Jollasse hat er zahlreiche Hamburger Geschäftshäuser errichtet. Zu den bekanntesten gehört wohl das Alsterhaus. Vorne rechts wohnte Adolph Zeuner, ein Privatier. Fast bescheiden lebten in der Mitte Eduard Garvens und Alfred Holle. Keine Ahnung wer die waren.

Zwischen Andreasstraße und Gellertstraße

Bellevue um 1904
Bellevue um 1904

Die Bellevue zwischen Andreasstraße und Gellertstraße war noch dünn besiedelt zu dieser Zeit. Hier die Häuser Nr. 50 und 49. Gewohnt haben dort 1904 J. Mayr-Bertheau (Schülke und & Mayr) und C. W. Isermann. Die chemische Fabrik Schülke & Mayr ist sehr interessant. Sie hatte seit 1889 das Weltpatent auf das Desinfektionsmittel Lysol. Durch den Einsatz von Lysol gelang die Bekämpfung der Choleraepidemie von 1892 in Hamburg. 1913 brachte sie Sagrotan auf den Markt. Ihr ehemaliges Stammhaus war das heutige "Goldbekhaus". Die Sanierung des verseuchten Geländes kostete den Steuerzahler 15 Millionen €uro.

Bis vor wenigen Jahren hat das Haus Vollrath & Wasmuth gehört. Die Firma hat ursprünglich Amol produziert, einen Heilkräutergeist.

Bellevue 49, um 1915
Bellevue 49, um 1915

 

1915 wohnte in dieser Villa

Dr. phil. F. Rigler von der Firma Boldt & Vogel, die in der Kleinen Reichenstraße Brauerei- und Kellerei-Maschinen herstellte.Es ging darum Flaschen zu verkorken. Offensichtlich ein einträgliches Geschäft.

1940 war dort auch die Hamburger Filiale von Dr. Maddaus & Co (Arzneimittel) ansässig.

Bellevue  um 1904
Bellevue um 1904

Bellevue Nr. 50, 49 und 48 von der Fernsicht aus gesehen. Das rechte Haus gehörte 1900 dem Kaufmann H. C. Jürgensen. Sein Kutscher J. Alms wohnte auch dort.

Rober Vogel hat es Anfang der 70er Jahre vom Kloster St. Johannis gekauft und abreißen lassen. In dem Neubau von 1978 hat er selbst lange mit seinem Chauffeur gewohnt. Ich wohne da heute. 

Fernsichtbrücke um 1892
Fernsichtbrücke um 1892

In den Jahren 1890 - 1892 wurde die Straßenverbindung nach Harvestehude geschaffen und die beiden Brücken gebaut. Die beiden hölzernen Brücken wurden 1892 dem Verkehr übergeben. 1927 wurden sie durch die schönen geklinkerten Brücken von Fritz Schumacher eretzt.

Zwischen Gellertstraße und Scheffelstraße

Bellevue um 1905
Bellevue um 1905

Viel hat sich zumindest atmosphärisch nicht verändert. Okay, das erste schmale Haus steht nicht mehr, aber dann ... soweit ich es erkennen kann, hat sich bei den ersten Häusern nicht viel geändert. Am Ende gibt es einige  Neubauten.

Die Villa Luttropp

Bellevue 37, 2013
Bellevue 37, 2013

In dieser prachtvollen Villa wohnte 1915 Edmund Luttropp, Mitinhaber der Reederei Fölsch & Co. Fölsch & Martin, gehörten neben Sloman zu den größten Salpeterminen-Besitzern in Chile und ihre Schiffe brachten das "Weiße Gold" nach Hamburg. Salpeter konnte als Dünger genutzt, aber auch zu Sprengstoff und Schießpulver verarbeitet werden. Daneben gab es noch die Firma Fölsch & Luttropp, die mit Kaffee handelte. Heute gehört das Haus ... ?

Die Villa Reimers

Die Villa Reimers war ursprünglich von dem Hamburger Überseekaufmann

Otto Reimers errichtet worden. Reimers und seine Ehefrau Elisabeth, geb. Muhle, hatten fünf Kinder. 1893 findet sich ein erster Eintrag im Hamburger Adressbuch.

Die Familie Reimers lebte viele Jahre auch in Japan, wo die Firma Otto Reimers & Co in Yokohama eine Niederlassung hatte. Dort geriet Otto Reimers 1914 in Kriegsgefangenschaft. Erst im Dezember 1919 wurde er von den Japanern entlassen. Zur gleichen Zeit hielt sich auch sein Sohn Werner in Yokohama auf. Er durfte Japan nicht verlassen und kehrte erst 1922 nach Deutschland zurück.

 

Villa Reimers, Bellevue 34, Ecke Scheffelstraße, um 1893
Villa Reimers, Bellevue 34, Ecke Scheffelstraße, um 1893

1928 erwarben die Eheleute Willy und Wally Simon die sehr repräsentative "Reimersche Villa" an der Bellevue 34 und ließen sie nach ihrem Geschmack umbauen. Neben den Eheleuten Simon zogen auch einige enge Verwandte dort ein. 1942 wurden sie nach Theresienstadt deportiert. Heute erinnern fünf "Stolpersteine" vor dem Grundstück an ihr Schicksal.

Die Reimersche Villa hat den Krieg nicht überstanden. Sie wurde, wie auch die Villa Elkan gegenüber, durch einen Gelbklinkerbau ersetzt.

Zwischen Scheffelstraße und Sierichstraße

Die Villa Elkan

Bellevue 30, 1914
Bellevue 30, 1914

Die Villa an der Ecke Bellevue/Scheffelstraße gehörte 1904 Willy A. Elkan, dem Inhaber einer internationalen Spedition. Schenker hat dort gelernt.

Die Elkans waren Juden. Hier trafen sich zu der Zeit zahlreiche junge aufstrebende Künstler. Der Maler Hans Joachim Staude erwähnt die "mystischen Abendunterhaltungen in der Bellevue". Zumindest der Sohn Heino Elkan emigrierte in den dreißiger Jahren nach Paris und lebte dort als Fotograf. In den 60er Jahren starb er dort. Was aus seiner Familie wurde weiß ich nicht.

Während der Operation Gomorrha wurde das Haus 1943 von Fliegerbomben vollständig zerstört.

Bellevue 30, 2010
Bellevue 30, 2010

Die Elkan-Villa war in den Nachkriegsjahren durch einen Gelbklinkerbau ersetzt worden.

2013 wurde er abgerissen und das Grundstück für 5 Millionen €uro verkauft.

Die Bellevue vor dem Zweiten Weltkrieg
Die Bellevue vor dem Zweiten Weltkrieg

Ganz links die Villa Elkan, sie wurde 1943 von Bomben zerstört, ebenso das linke der beiden Giebelhäuser, der Bruder. Die Schwester steht unverädert und ist in sehr gutem Zustand. Das nächste Haus, Bellevue 27, wurde gestutzt. Der Besitzer ließ das Dachgeschoss abtragen.

Die Villa Kramer steht auch unverändert da. Sie ist heute das älteste Haus in der Reihe, macht aber einen etwas baufälligen Eindruck.

Die Villa Kramer

Villa Kramer und Villa Flemming, Bellevue, 1927
Villa Kramer und Villa Flemming, Bellevue, 1927

1884 hatte die Familie Kramer das Haus Nr. 26 in der Bellevue bezogen. Es steht bis heute unverändert. Otto Kramer (1867 -1934) war Teilhaber der Export-Agentur Kramer & Jänisch. Parallel war er in verschiedenen Funktionen auch für die Anker-Werke in Bielefeld tätig.

Zur Zeit des Fotos gehörte das Haus schon der Firma Eduard Ringel & Co., einer Import-Export.Firma, die immer noch besteht.

Heute gehört die Villa Hubertus Wald, jedenfalls steht der Name des ehemaligen Kinobetreibers und Mäzens immer noch an der Tür.

Die Villa Flemming

Villa Flemming Bellevue 24
..............................Dem schönsten Platz das größte Haus! Villa Flemming, 1865

Das erste Haus an der Bellevue blieb das größte: am markantesten Platz der Renomierstraße, an der Kurve von Norden nach Osten, ließ der Kaufmann Flemming 1865 das schlossartige Gebäude für sich und seine beiden verheirateten Töchter errichten, das für viele Jahre der einzige Bau in der Straße bleiben sollte. 1896 kaufte die Kaufmannsfamilie Krogmann das Anwesen. Die Bellvue macht an dieser Stelle ihrem Namen alle Ehre: man hat einen ausgesprochen schönen Blick über die Alster. Es trug auch den Beinamen "Haus an der Sonne". 

 

Die Familie Krogmann hatte 1896 den Mittelteil des großen Flemming´schen Hauses bezogen, Carl Vincent war damals sieben Jahre alt. Als Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg wurde er hier mit seiner Familie im Juli 1943 ausgebombt. Krogmann hatte hier seine umfangreiche Bildersammlung im Verborgenen gehütet. Sie verbrannte.

Er galt als NS-belastet und hat bis 1948 in Untersuchungshaft gesessen. In der Haft schrieb er das Buch "Bellevue".

Die Baulücken des Krieges wurden schnell geschlossen.

Villa Kramer, Bellevue 26,
Das Haus Kramer und die Villa Margaritoff, die Bellevue nach dem Zweiten Weltkrieg
Villa Margaritoff, Bellevue 25 bis 23, 2013
Villa Margaritoff, Bellevue 25 bis 23, 2013

In der Nachkriegszeit errichtete Peter Margaritoff auf den Trümmern der Prachtvilla in mildem Reichskanzleistil ein neues Haus. Er war nach dem Krieg der "Strumpfkönig" (Opal). 1964 war Magaritoff pleite. Heute steht die Villa mit dem Mittelteil seit Jahren leer und verfällt.

Bellevue 22, 2013
Bellevue 22, 2013

Diese schöne Villa wurde 1951 von dem bekannten Architekten Cesar Pinnau errichtet.

Er hat auch für Onassis gearbeitet.

Hier wohnte einst die Witwe von Curt Jürgens.

Das "Busenhaus" Bellevue 21, 2013
Das "Busenhaus", Bellevue 21, 2013

Das Haus mit den weitausladenden Balkonen, das "Busenhaus", auch "Brigitte Bardot" genannt.

Kein Zweifel: Es waren die 1950er Jahre.

Bellevue 20, 2013
Bellevue 20, 2013

Auch diese schöne Villa wurde 1951 von dem bekannten Architekten Cesar Pinnau errichtet.

Das Tschibo-Haus, Bellevue 19, 2013
Das Tschibo-Haus, Bellevue 19, 2013

Dieses Haus gehört der Familie Hertz (Tschibo). Als es in den 50er oder 60er Jahren gebaut wurde, galt es als außerordentlich modern.

Bellevue 15, 1951
Bellevue 15, 1951

Dieses quergestellte Haus hat eine sehr wechselhafte Geschichte. 1935 wurde es gebaut. Zuvor hatte hier die Villa Kirsten gestanden (siehe unten). Im Zweiten Weltkrieg brannte es aus. Alfred Kühne (Kühne & Nagel) hat es wiederaufgebaut und seither strahlte das ehemals rote Backsteinhaus in schönstem Weiß. Im November 2013 wurde es allerdings abgerissen. Ich werde die Baulücke beobachten.

 

Die Villa Kirsten

Bellevue 15, 1904
Bellevue 15, Villa Kirsten, 1904

An dieser Stelle hatte der Reeder Adolph Kirsten 1902 das Haus mit Turm gebaut. Es sah der Wentzelburg am Rondeelteich sehr ähnlich. Die Reederei-flagge hatte den Spitznamen gestreifter Speck. Zu John Fontenay gab es es eine enge familiere Bindung. Laut Adressbuch von 1905 gbesaß Kirsten gleich drei Häuser in der Bellevue. Als Kirsten 1915 starb, hinterließ er ein Vermögen von 20 Millionen Goldmark. Trotzdem ging die Firma 1975 in Konkurs.

Seine Erben verkauften das Haus 1917 an Kommerzienrat Hirschfelder. Kurt Heldern (Reemtsma) erwarb es später. Er gab das Haus weiter an Rudolf Oetker.1935 wurde es abgebrochen (siehe oben).

Die Villa Oetling

Ganz links Villa Flemming, Blick Richtung Sierichstraße
Ganz links die Villa Flemming, sie gehörte schon den Krogmanns, ganz rechts Villa Kirsten, um 1902

Das zweite Haus, Nr. 20, gehört dem Reeder F. W. Oetling von Oetling & Co. Die Buchstaben OG in der Reederflagge stehen für Oetling Gebrüder. Zur Reederei Kirsten, ein, zwei Häuser weiter gab es später verwandtschaftliche Verhältnisse, sprich eine Heirat. Das Haus Bellevue Nr. 1 gehört auch der Familie Oetling.

... und so sieht die Bellevue Nr. 1 heute aus. Seit der vorigen Jahrhundertwende wird sich nichts Wesntliches verändert haben. Die Bausubstanz scheint unverändert. Das Nebenhaus ist eingerüstet, wird restauriert. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

Villa Flemming Bellevue 24
Von der Villa Flemming bis zur Villa Kirsten, um 1902
Von der Villa Flemming bis zur Villa Kirsten, um 1902
Von Flemming bis zu Kirsten, um 1905. Der linke Trakt von Flemming gehörte auch A. Kirsten
Bellevue 1910
Bellevue 1910